
Meine Erfahrungen in der Erwachsenenbildung
Mein Bildungsweg und beruflicher Hintergrund Mein Bildungsweg begann an der Pädagogischen Hochschule, wo ich mehrere Semester studierte und mir die Grundlagen der Didaktik aneignete. Vor zwei Jahren entschied ich mich für eine Weiterbildung zur Kursleiterin in der Erwachsenenbildung. Aufgrund einer chronischen Krankheit beziehe ich eine halbe Rente und arbeite im zweiten Arbeitsmarkt in der Administration. […]
Mein Bildungsweg und beruflicher Hintergrund
Mein Bildungsweg begann an der Pädagogischen Hochschule, wo ich mehrere Semester studierte und mir die Grundlagen der Didaktik aneignete. Vor zwei Jahren entschied ich mich für eine Weiterbildung zur Kursleiterin in der Erwachsenenbildung.
Aufgrund einer chronischen Krankheit beziehe ich eine halbe Rente und arbeite im zweiten Arbeitsmarkt in der Administration. Diese Tätigkeit bietet mir die Möglichkeit, meine pädagogischen Fähigkeiten in einem administrativen Kontext einzusetzen und weiterzuentwickeln. Besonders wertvoll ist meine Erfahrung in der Durchführung von firmeninternen Kursen, die sich an Mitarbeitende mit Behinderung richten. Hier konnte ich meine didaktischen Kenntnisse direkt anwenden und an die speziellen Bedürfnisse der Teilnehmenden anpassen.
Die Kombination aus theoretischer Ausbildung und praktischer Erfahrung hat meine Art zu unterrichten massgeblich geprägt. Sie hat es mir ermöglicht, ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen und Potenziale in der Erwachsenenbildung für Menschen mit (geistiger) Behinderung zu entwickeln. Diesen Erfahrungsschatz bringe ich in meine tägliche Vereinsarbeit ein und nutze ihn, um die Bildungsangebote kontinuierlich zu verbessern und auf die individuellen Bedürfnisse der Lernenden abzustimmen.
Faszination Lehren: Was mich beim Unterrichten begeistert
Lehren ist für mich weit mehr als nur die Vermittlung von Wissen; es ist ein wechselseitiger Lernprozess, der mir ermöglicht, tiefere Einblicke in die spezifischen Lernbedürfnisse und -strategien von Menschen zu gewinnen. Jede Unterrichtseinheit ist eine Gelegenheit, nicht nur Wissen weiterzugeben, sondern auch selbst zu lernen. Diese Interaktionen bieten eine wertvolle Perspektive auf die Vielfalt menschlicher Erfahrung und Denkweise.
Ein besonders faszinierender Aspekt beim Lehren ist die Entdeckung individueller Stärken und Talente der Lernenden.
Gerade Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung verfügen oft über einzigartige Fähigkeiten und Perspektiven, die im traditionellen Bildungssystem leicht übersehen werden.
Durch gezielte Beobachtungen und Interaktionen kann ich ihre besonderen Talente fördern und ihnen helfen, ihre Potenziale voll auszuschöpfen. Dies bereichert nicht nur ihr Leben, sondern erweitert auch mein eigenes Verständnis von Bildung und Lernen.
Zusätzlich bietet das Unterrichten von Menschen mit Behinderung eine ständige Herausforderung, kreative und flexible Lehrmethoden zu entwickeln. Dies erfordert ein hohes Mass an Anpassungsfähigkeit und Einfallsreichtum, da jeder Lernende unterschiedliche Bedürfnisse und Lernstile hat. Diese Herausforderungen zwingen mich dazu, meine eigenen Fähigkeiten und Methoden kontinuierlich zu hinterfragen und zu verbessern, was letztlich zu meinem professionellen Wachstum beiträgt.
Die Freude und Begeisterung der Lernenden, wenn sie ein neues Konzept verstehen oder eine Fähigkeit meistern, ist eine der grössten Belohnungen im Lehrberuf. Diese Momente des Erfolgs und der Anerkennung schaffen eine starke Motivation und bestätigen den Wert und die Bedeutung meiner Arbeit. Sie erinnern mich daran, dass Bildung ein mächtiges Werkzeug ist, das Türen öffnet und Leben verändert.
Insgesamt bereichert mich das Lehren von Menschen mit und ohne Behinderung sowohl persönlich als auch beruflich. Die ständige Interaktion und der Austausch von Wissen und Erfahrungen machen das Unterrichten zu einer faszinierenden und erfüllenden Aufgabe, die mich täglich neu inspiriert.
Lernstrategien und -methoden für Menschen mit geistiger Behinderung
Die Arbeit in der Erwachsenenbildung für Menschen mit Behinderung erfordert ein tiefes Verständnis und eine sorgfältige Anpassung der Lernstrategien und -methoden. Ein zentraler Aspekt ist das individuelle Lerntempo. Es ist entscheidend, den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Lernenden gerecht zu werden und ihnen ausreichend Zeit für den Lernprozess zu geben.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bedeutung von Wiederholung und Übung. Menschen mit geistiger Behinderung profitieren enorm von regelmässigen Wiederholungen, die das Gelernte festigen und das Langzeitgedächtnis stärken. Visuelle und praktische Lernmethoden spielen ebenfalls eine zentrale Rolle.
Klare und einfache Anweisungen sind unerlässlich. Komplexe Anweisungen können schnell überfordern, daher sollten sie in kleine, verständliche Schritte unterteilt werden. Positive Verstärkung, wie Lob und Belohnungen, motiviert die Lernenden und stärkt ihr Selbstvertrauen. Eine strukturierte Lernumgebung trägt ebenfalls zur Konzentration und zum Lernerfolg bei.
Individuelle Anpassungen sind oft notwendig, um den unterschiedlichen Lernbedürfnissen gerecht zu werden. Die Kombination von Sinneskanälen, wie visuelles, auditives und kinästhetisches Lernen, kann die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen unterstützen. Kleinere Lerneinheiten verhindern Überforderung und erleichtern die Verarbeitung des Lernstoffs.
Die Einbindung von Alltagsbezügen ist ein weiterer effektiver Ansatz. Lerninhalte, die in einen alltäglichen Kontext gesetzt werden, sind leichter verständlich und anwendbar. Praktische Beispiele, wie das Üben von mathematischen Fähigkeiten beim Einkaufen oder das Trainieren sozialer Kompetenzen in Rollenspielen, verdeutlichen diesen Ansatz.
Diese Strategien und Methoden zeigen, dass Bildung und Behinderung keineswegs Widersprüche sein müssen. Mit den richtigen Ansätzen kann jeder Lernende, unabhängig von seinen kognitiven Fähigkeiten, erfolgreich und selbstbewusst am Bildungsprozess teilnehmen.
Innovative Weiterbildungsangebote für Erwachsene mit Behinderung: Das IGAMI-Konzept
Das igami-Konzept stellt ein innovatives Weiterbildungssystem dar, das speziell auf die Bedürfnisse von Erwachsenen mit Behinderung zugeschnitten ist.
Herkömmliche Fortbildungsprogramme neigen dazu, standardisierte Methoden zu verwenden, die oft nicht die besonderen Herausforderungen und Potenziale dieser Lernenden berücksichtigen.
Unser Ansatz, bei dem kein Lernender zurückgelassen wird, bietet eine massgeschneiderte und unterstützende Lernumgebung, die auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse jedes Teilnehmers eingeht.
Eine der zentralen Besonderheiten des IGAMI-Konzepts ist die adaptive Lernumgebung. Diese Umgebung wird durch pädagogische Fachkräfte gestaltet, die eng mit den Lernenden zusammenarbeiten, um ihre spezifischen Lernziele zu erreichen. Durch den Einsatz von interaktiven und multisensorischen Lernmaterialien können die Teilnehmer auf verschiedene Weise Wissen aufnehmen und anwenden, was die Effektivität des Lernprozesses deutlich erhöht.
Ein weiterer Vorteil unseres Weiterbildungskonzepts ist die Betonung der sozialen Integration. Durch Gruppenarbeiten und gemeinschaftliche Projekte wird nicht nur das individuelle Lernen gefördert, sondern auch die zwischenmenschliche Kommunikation und Zusammenarbeit.
Dies trägt massgeblich zur persönlichen Entwicklung der Lernenden bei und stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstständigkeit.
Darüber hinaus legen wir grossen Wert auf praxisnahe und lebensnahe Lerninhalte. Die Kurse sind so gestaltet, dass sie direkt an die Alltagserfahrungen der Teilnehmer anknüpfen und somit einen hohen praktischen Nutzen haben. Dies fördert nicht nur die Motivation der Lernenden, sondern erleichtert auch die Anwendung des Gelernten in ihrem täglichen Leben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das igami-Konzept durch seine innovative und integrative Herangehensweise eine effektive und angenehme Lernumgebung für Erwachsene mit Behinderung schafft. Es berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse der Lernenden und unterstützt sie dabei, ihre persönlichen und beruflichen Ziele zu erreichen.
Danke Patrizia für diesen Beitrag